Brasilien: Das Salz der Erde oder Das Land, das ich liebe
Eine Fahrt nach Matutina...

Kaffee... Kaffee... Kaffee... Aber nun endlich die kurze Beschreibung der Fahrt ins Brasilianische Hochland wo auf durchschnittlicher Höhe von 1400 Meter bis 1600 Meter über Normal Null der beste Kaffee Südamerikas (viele behaupten, dass es der beste Kaffee weltweit wäre, aber dies ist wie alles eine reine Geschmackssache) wächst. Von Belo Horizonte geht es auf der BR262 in West-Nord-Westlicher Richtung weiter ins Binnenland in Richtung Araxa. Vorbei an Para de Minas bis Nova Serana. Dort lohnt es sich zu stoppen um günstige und sehr bequeme Schuhe direkt in einer der vielen Schuhfabriken zu erwerben. Schon für R$ 60,00 (ca. 30,- Euro) bekommt man dort Schuhe welche in Verarbeitung und Bequemlichkeit in Europa ein Vielfaches kosten würden.
Kaffee... Kaffee... Kaffee... Landschaftlich ist die Fahrt sehr abwechslungsreich. Vorbei an trockenen Hügeln die nur spärlich bewachsen sind, strahlt einem überall die rote Erde entgegen. Ansonsten sieht man viel Wildwuchs entlang der Straße, welcher sich mit Zuckerrohr, Palmen und Bananenstauden abwechselt. Auch Mango und sonstige Früchte wie Mandarinen, Orangen und Limonen wachsen wild entlang der Straße. Weiter vorbei an Bom Despacho und Luz kommen wir zum Aufstieg ins Hochland. Sobald es bergauf geht gibt es meist Extraspuren für LKW’s die in Brasilien zu 90% aus Schnauzern bestehen. Schnauzer sind LKW’s welche vor dem eigentlichen Führerhaus noch eine Motorhaube besitzen, also nicht wie die meisten Europäischen LKW’s den Motor unter dem Führerhaus haben.
Ein typischer Truck! Auch die Länge ist bei Sattelaufliegern mit bis zu 25 Metern um einiges länger als in Deutschland und Europa. Die am häufigsten auftretenden Marken sind Mercedes sowie Scania und Volvo. Aber es gibt auch Ford, Iveco und VW welche am Brasilianischen Markt mit LKW’s vertreten sind. Wenige amerikanische LKW’s haben auch den Weg nach Brasilien geschafft...
 
Sehr zu empfehlen sind die Fernreisebusse welche hier einen Luxus aufweisen, welcher in Europa vergeblich zu suchen ist. Diese fahren zum Teil riesige Strecken und halten meist alle 2 Stunden an einem Modernen Rastplatz an, an welchem man günstig Essen und Trinken kann. Auch die sanitären Anlagen sind dort blitzblank und sehr gepflegt. Ansonsten gibt es in den Bussen Toiletten die bei jeden Halt geputzt werden. Hier wechselt bei jedem Halt der Fahrer, so das auch immer ein ausgeschlafener Fahrer sowie ein ausgeschlafener Begleiter dabei sind. Auch wird von jedem Fahrer vor der Abfahrt der Bus einer Sicherheitskontrolle unterzogen. Für größere Entfernungen lohnt es sich aber dennoch einen Flug zu buchen, welcher bei der Größe Brasiliens doch erheblich an Zeit spart. Die Transbrasil bietet für Nachtflüge zwischen 22:00 bis 06:00 Uhr einen 50% Rabatt an. Die Flugzeuge sind Modern und würden auch deutschen Sicherheitskontrollen ohne Beanstandungen standhalten.
 
Nun geht es also zum Aufstieg ins Hochland. Über gut ausgebaute Straßen fährt man zum Teil über Berggrate welche nach beiden Seiten einen furiosen Ausblick gewähren. Dort empfiehlt es sich irgendwo anzuhalten und die Landschaft zu genießen. Bei klarem Wetter ist der Ausblick geradezu überwältigend. Irgendwie vergisst man hier Zeit und Raum und genießt den Augenblick.
Überwältigende Berglandschaften
Die Zeit scheint hier stehen geblieben zu sein bei Tälern an deren sanften Hügeln sich zwischen tropischen Gewächsen Rinder die Bäuche mit saftigem Gras füllen. Dagegen sehen entfernte Felder aus wie eine rot glänzende Wüste. Die Sonne bricht sich auf großen Blättern von Bananenstauden was allem noch einen märchenhaften Anstrich verleiht. Fast möchte man hier verweilen aber der Magen knurrt und wir müssen weiter. Bei Estalagem angelangt wechseln wir auf die BR354 Richtung Patos de Minas. Hier geht es vorbei an Kaffeeplantagen soweit man sehen kann.
Endlose Kaffeeplantagen in Minas Gerais
Auch riesengroße Knoblauchfelder sind hier zu finden. Große gepflegte Fazendas (große Farmen) wechseln sich ab mit kleinen gepflegten Sitios (kleinere Farmen). Sobald am Horizont große Silos auftauchen nähert man sich Sao Gotardo, einer kleinen aufblühenden Stadt mit einem nicht unerheblichen Anteil an aus Japan abstammenden Händlern, Siedlern und Landwirten. Hier sieht man viele Menschen welchen man die Mischung aus Indianischem Blut mit Europäischem und Asiatischem ansieht. Brasilien ist ein Tiegel wo sich die Kultur, das Essen und die Intelligenz des gesamten Globuses vereinigt.
Churrasco Im Restaurant Nippon, im Zentrum der Stadt, kann man sehr gut und günstig Speisen, die leckersten Spezialitäten der Brasilianischen Küche gibt es ebenso wie fernöstliche Köstlichkeiten, abgerechnet wird nach Gewicht, so das selbst der beste Esser mit R$ 6,00 bis zu den Augen voll mit den leckersten Sachen ist. Die Menschen sind sehr gastfreundlich und Europäern gegenüber auch sehr aufgeschlossen. Viele Restaurants und Biergärten liegen an einer Allee wo auch die wohlhabenderen ihre Prachtbauten haben. Anschluss findet man überall, ohne ausgenutzt zu werden. Oft hat man eher das Gefühl das man selbst die Gastfreundlichkeit ausnützt, da die Gastgeber sich zum Teil erheblich in Unkosten stürzen, um keinen schlechten Eindruck zu hinterlassen. Trotz allem entschuldigen sich die Gastgeber am Ende des Besuches noch für die mangelhafte Qualität der Speisen und die schlechte Bewirtung. Gastfreundschaft wird hier noch groß geschrieben und überall wird man Stolz als Besucher aus Alemao vorgestellt. Meine Frau ruft mich auch nur noch mit O’Alemaosin. Auf Rechnungen und Quittungen steht auch nur Alemao und jeder in der Gegend weis für wen die Artikel sind. In allen Bars ist man gern gesehen und die Leute versuchen mit Händen und Füßen, unter großem Gelächter, sich verständlich zu machen. Jeder ist neugierig, was in der großen weiten Welt so alles geschieht und die Fragen und Witze nehmen kein Ende. Es scheint sich immer schnell herum zu sprechen wo der Alemao gerade wieder seine Witze und Sprüche ablässt, da die Bars sich immer schnell füllen. Manchmal wird man angeschaut wie ein Wunder, da für viele hier die Welt noch am Horizont endet. Und jeder Abend endet mit viel Bier und Gelächter unter leichtem Seegang. Dammich warum bewegen sich immer diese plöten Bäume und was machen die eigentlich mitten auf der Straße?
 
In Matutina, Sao Gotardo und Patos kann ich mich kaum noch bewegen ohne grüßend den Daumen zu heben. Meine Frau behauptet, dass der Forenjurist bekannter wäre, als der Hund welcher die Hühnereier gestohlen hat. Die nächste Anschaffung wird wohl eine Faust mit erhobenem Daumen sein welche sich auf einer Feder befindet und so beim fahren schaukelt *g*
 
Vaqueiros nennt man die Cowboys in Brasilien! Auf den Straßen herrscht geschäftiges Treiben und man kann von Kleidung über Lebensmittel und Schmuck alles für unsere Verhältnisse sehr preisgünstig erwerben. Bei Bezahlung mit Kreditkarte bekommt man Preisnachlässe bis 10%. Bei Barzahlung bis zu 15%. Als ich mir heute eine neue Wrangler Jeans kaufte fragte mich die Verkäuferin ob ich per Kreditkarte 3 Raten bezahlen möchte. Dies lehnte ich jedoch dankend ab. Die Hose kostete R$ 49,00. Die meisten Geschäfte werden hier mit vordatierten Schecks getätigt oder per Abzahlung. Auch Artikel wie Schuhe oder noch günstigere Artikel werden hier schon mit Ratenzahlung verkauft. Ein Artikel für 15,- Euro wird manchmal mit 6 Raten a 3,50 Euro verkauft. Lediglich Exportgüter welche nicht im Merco Sul (Südamerikanisches Gegenstück zur Europäischen Gemeinschaft) hergestellt wurden sind sündhaft Teuer. Die Einfuhrsteuer beträgt 50% und dann kommt noch eine Länderbezogene Steuer von 15% dazu. Auf den Straßen sollte man auf Fahrbahnschweller achten, welche zum Teil sehr hoch sind und bei schnellerem Überfahren das Fahrzeug erheblich beschädigen. Brasilianer sind sehr temperamentvoll und beweisen dies auch beim Fahren innerorts. Sonst ist das Leben hier einfach und man erkennt, dass die Menschen den Sambarhythmus im Blut haben. Musik und Fußball beherrschen einen Großteil des Lebens in Brasilien. Auch Countrymusik und Rodeos gibt es hier viel. Industriemäßig gibt es hier nichts, was eine Erwähnung wert wäre. Obwohl der Mindestlohn auf dem Land bei R$ 180,00 pro Monat liegt, und die Verkehrsanbindung gut ist, konzentriert sich die Industrie doch mehr auf die Ballungszentren der Großstädte, welche deshalb auch unter Luftverschmutzung und Smog leiden.
 
Sao Gotardo ist sehr Bergig so das nur wenige Häuser auf der Ebene erbaut sind. Lediglich das Industrie und Gewerbegebiet ist auf einer großen Ebene angesiedelt auf welchem sich auch das Ausstellungsgebiet befindet. Dort finden auch die Rodeos und Musikveranstaltungen statt.
Christo de Matutina Weiter auf einer sehr guten Straße nach Matutina. Auf dem Hügel über Matutina steht die Christusfigur welche viele entweder schon von Rio de Janeiro oder aus irgendwelchen Filmen oder Dokumentarfilmen kennen. Hier bestimmt noch zum großen Teil die Kirche das Leben. Ein kleines verschlafenes Dorf das idyllisch eingebettet in die hügelige Landschaft des Hochlandes liegt. Matutina hat knapp 4000 Einwohner von denen viele schon einige Jahre in USA oder Europa gearbeitet haben und so zu Wohlstand kamen. Hier gibt es ein eigenes Sozialsystem welches den Armen ein Auskommen und Unterkunft gewährt. Es gibt keine Menschen die auf der Straße wohnen sondern jede bedürftige Familie erhält nach Prüfung eine Casa Popular. Dies sind kleine Häuser mit 2-3 Schlafzimmern sowie Küche, Bad und WC. Jedes Haus hat Strom und Wasser sowie Abwasser. Monatlich fallen Mieten in Höhe von einem drittel Mindestlohn an (60 R$) , wenn 3 Jahre die Miete bezahlt wurde geht das Haus in den Besitz des Mieters über, so das fast jeder dort im eigenen Haus wohnt. In dieser Ortschaft gibt es 3 Fußballplätze welche auch täglich in Betrieb sind. Vom 3-jährigen Kleinkind bis zum Urgroßvater spielt fast alles Fußball. Ein großes Schwimmbad mit Restauration und Spielplatz gibt es ebenso wie Geschäfte welche alles was zum Leben notwendig ist Verkaufen. Zwei Baustoffhändler und ein Krankenhaus gibt es dort auch. Selbst eine Behindertenschule und 2 andere Schulen sind im Ort. Am Wochenende spielt sich das Leben im Stadtpark oder in der Disko ab.
Patos Innenstadt Auch Restaurant und Hotel liegen zentral im Ort. Ansonsten liegt es malerisch eingebettet in einem Tal und erstreckt sich am Hang. Palmen, Bananenstauden und riesige Weihnachtssterne wechseln sich ab mit Tropischen Früchten jeglicher Couleur. Riesige Bäume mit gelben oder violetten Blüten sind überall zu sehen. In der Hauptstraße stehen noch einige Gebäude welche von der Kolonialzeit der Portugiesen erzählen und farbenprächtig verziert sind. In vielen kleinen Bars sieht man zum Teil abenteuerliche Gestalten und die Vaqueiros haben ihre Pferde außerhalb angeleint. Ab und zu sieht man auch einen Diamantenschürfer der seine Ausbeute an Rohdiamanten vorzeigt. Bevorzugtes Getränk ist Pinga, (Cachaca) ein starker Zuckerrohrschnaps der aus Wassergläsern getrunken wird, und sehr billig ist. In den Bars gibt es den Liter schon ab R$ 1,00.
 

 
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Wolfgangs ganz persönliches Patos de Minas, Minas Gerais in Brasilien. Ansichten von innen, außen und auch von drumherum..., Forenjurist in Brasilien, Patos de Minas, Minas Gerais, Cachaça, Caipirinha, Kaffee, Tabak, Filet und Tourismus (inklusive der Girls von Ipanema), die Regenwälder des Amazonas, abgeholzt, abgebrannt. gerodet, Mein Neues Leben, Auswandern, Bodenschätze, Urwald, Grüne Lunge, Amazonas, Varig, Sao Paulo, Belo Horizonte, Kaffeeanbaugebiet, Matutina, Hochland, Orinoco, Gelbbrustara, Grünschwingenara, Fußball, Samba und Vaqueiros Begrüßung Meine Meinung! Anreise Matutina Essen & Trinken Kontakt & Impressum